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| Taxitariferhöhungen in Berlin: Was haben sie gebracht 25.06.2009 |
von: Richard Leipold |
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Zum 01.07.2009 soll der Berliner Taxitarif soll um 5 % erhöht werden, weil die Kosten der Taxibetriebe angeblich um 5 % angestiegen sind. Heute will ich nicht über diesen „Kostenanstieg“ reden, sondern fragen, ob denn im Jahr 2009 eine Tariferhöhung die Taxieinnahmen verbessern kann. Um diese Frage auf Basis von Fakten zu klären, schlage ich vor, dass wir uns den Preisanstieg der letzten Jahre für die Taxikunden (Taxitarife) ansehen und die Entwicklung der Taxieinnahmen mit diesem Preisanstieg vergleichen. Sind Tariferhöhungen nutzbringend, dann müssen die Taxieinnahmen um 5 % ansteigen, wenn die Taxitarife um 5 % erhöht werden. „Taxitarife kann man doch gar nicht vergleichen“, werden Sie mir jetzt entgegenhalten. Tatsächlich besteht der Gesamtfahrpreis aus vielen unterschiedlichen Komponenten. Es gibt die Einschaltgebühr, die Kurzstrecke, bei langen Fahrten sinken die Kilometerpreise und über lange Zeit verlangten die Taxifahrer auch Geld für die Anfahrt zum Kunden, für die es einen eigenen Kilometerpreis gab. Viele meinen, dass man all diese unterschiedlichen Komponenten nie unter einen „Vergleichshut“ stecken könne. Diese Annahme stimmt nicht. Trotz all dieser unterschiedlichen Faktoren ist es sehr leicht den Wert eines Taxitarifs zu berechnen und ihn mit anderen Taxitarifen zu vergleichen. Wir brauchen uns nur vor Augen zu halten, dass es der Taxitarif ist, den der Fahrgast für die Strecke bezahlt, die er fahren möchte. Mit Hilfe dieser Erkenntnis lässt sich ein Quotient ermitteln: Wir teilen einfach den Fahrpreis durch die Kilometer, die der Fahrgast zurückgelegt hat. Die Rechnung Fahrpreis/besetzte Kilometer liefert also unsere erste Messzahl. Der Taxiunternehmer muss den Treibstoff und natürlich
auch alle anderen Kosten für alle Kilometer berappen, die er zurücklegt. Ihn
interessiert also die zweite Messzahl im Taxigewerbe, die auch als
Kilometerschnitt bekannt ist. Auch dieser Wert ist nicht schwer zu errechnen:
Wir teilen hierfür die Taxieinnahmen durch alle gefahrenen Kilometer. Um auch noch
seine Miete bezahlen zu können sollte sich der Taxiunternehmer noch mit einer
dritten Messzahl befassen. Wie viel nehme ich pro Stunde Arbeit ein, lautet
seine bange Frage. Auch für diese Berechnung wird der eingenommene Fahrpreis
geteilt, diesmal durch die Zahl der Stunden, die der Kutscher auf dem „Bock“ gesessen
hat. Die Tabelle am Anfang des Textes zeigt die Entwicklung dieser Messzahlen
über einen Zeitraum von 15 Jahren. Als Vergleichsjahre habe ich die Jahre 1993,
1998, 2003 und 2008 gewählt, weil zwischen diesen Jahren jeweils eine
Tariferhöhung stattgefunden hat und Kunden genug Zeit hatten sich an die
Tariferhöhungen zu gewöhnen. Die DM-Werte habe ich in EUR umgerechnet. 50
Berliner Taxen lieferten die Datenbasis für diese Aufstellung. Da hat sich ja fast nichts geändert, wird der eine oder andere von Ihnen jetzt meinen. Das ist ein Irrtum. Die Einnahmen der Taxen sind praktisch gleich geblieben, das ist richtig. Aber Sie als Kunde zahlen 40% mehr für die gleiche Leistung. Sollten Sie dieser Aufstellung trauen? Nein, die Daten können Sie kontrollieren. Jeder Taxiunternehmer, der sich eine ordentliche Buchführung leistet, bewahrt seine Unterlagen 10 Jahre lang penibel auf. Er kann also problemlos die hier vorgestellten Daten anhand seiner eigenen Unterlagen für diesen Zeitraum nachprüfen. Gewerbevertretungen, die auf sich halten, archivieren Daten über einen sehr viel längeren Zeitraum, um Trends erkennen zu können und um Informationen zu besitzen, die sie zum Nutzen ihrer Mitglieder verwenden können. Sie brauchen also nicht zu glauben, Sie können und sollen überprüfen. Es geht schließlich um Ihr Geld, egal, ob Sie Taxifahrer, oder Taxikunde sind. |
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