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| Ablehnung des Berliner Taxitarifantrags 2008 13.01.2009 |
von: Richard Leipold |
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Am 12.01.2009 lehnte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin den Tarifantrag der Innung des Berliner Taxigewerbes und des Taxiverbandes Berlin ab. Die beiden Gewerbeverbände hatten am 04.08.2008 eine 5 prozentige Preiserhöhung beantragt und diese Forderung mit den gestiegenen Treibstoffpreisen begründet. Bei der Ablehnung wies die Senatsverwaltung die beiden Verbände darauf hin, dass der Dieselpreis gefallen sei.
Es ist verständlich, dass die beiden Taxiverbände diese Ablehnung als Ohrfeige empfinden. Jetzt startet die Innung eine Umfrage, bei der Berliner Taxiunternehmer und angestellte Fahrer über die Tarifänderung abstimmen sollen. Das allerdings ist nur schwer zu verstehen. Manche Menschen sind der Auffassung, dass man auf Argumente mit Argumenten antworten sollte. Auf das stichhaltige und nachprüfbare Argument, dass die Diesel-, Benzin- und Gaspreise gefallen seien mit einer Abstimmung zu reagieren ist genauso sinnvoll, wie eine Abstimmung, die durchsetzen soll, dass 2 mal 2 gleich 5 ist. Die beiden Verbände wären meiner Meinung nach gut beraten die Ablehnung der Senatsbehörde nicht als Ohrfeige, sondern als Stockhieb eines Zenmeisters zu werten. Der Fall der Treibstoffpreise ist ja nicht nur den Behörden aufgefallen. Auch manche Fahrgäste wären mit Fug und Recht verschnupft gewesen über den dreisten Versuch Geld aus ihren Börsen zu angeln. In der Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit, der wir entgegengehen, sollten wir alle möglicht viel Unfug vermeiden und uns Mühe geben wirtschaftlich rational zu handeln. Ein Zeichen von Größe und Einsicht wäre es gewesen, wenn Innung und Taxiverband gemeinsam den Antrag zurückgezogen hätten. Fehlte hierzu die Einsicht, oder haben die Verbände schlicht nicht ausreichend gewerbepolitische "Traute" zur vernüftigen Tat ? Der Verwaltung möchte ich an dieser Stelle danken für den Dienst, den sie mit dieser Ablehnung dem Taxigwerbe erwiesen hat. Mancher wird sagen, die Beamten hätten ja nur ihre Pflicht getan und die Öffentlichkeit vor der überzogenen Forderung einer Beriufsgruppe in Schutz genommen. Das stimmt und ist doch nur die halbe Wahrheit. Viele Taxiunternehmer sind froh darüber, dass wir uns in den kommenden schweren Zeiten nicht gegen den berechtigten Vorwurf sinnloser Preistreiberei verteidigen müssen. Vielleicht bleibt uns doch der eine oder andere Fahrgast als treuer Kunde erhalten, der schon mit verstärktem Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einer Fahrgemeinschaft, oder gar mit einem eigenen Auto geliebäuglet hat. Vielleicht bewirkt diese Ohrfeige sogar einen Denkanstoß beim "einigen Volk von Brüdern", zu dem sich Innung und Taxiverband zusammengeschweißt haben. Es ist ja nicht auszuschließen, dass nun auch in den Vorstandskreisen dieser Verbände die Taktik der "Geheimpolitik" überdacht wird, die Einigkeit vor allem durch Ignorieren von Opposition und deren Argumenten herstellt. Der Erfolg einer Gewerbepolitik, die "Preise rauf" beantragt und "Konzessionsstopp" fordert, wird beim Betrachten der Entwicklung der Konzessionszahlen sichtbar. Wen wollen wir eigentlich für dumm verkaufen, wenn wir laut über unsere Armut klagen und gleichzeit mehr als 600 Taxen zusätzlich auf die Berliner Straßen stellen. Mit weit über 7.000 Taxen nähern wir uns unserem "Allzeithoch" von 7.388 Konzessionen. Allein diese Tatsache hätte für die Ablehnung des Tarifantrags gereicht. Hinreichend viele Taxiunternehmer zeigen damit, dass sie die Geschäftslage für gut genug halten, um Investitionen zu tätigen. Da braucht man keine Preiserhöhungen. |
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